Aktuelle Projekte
 
Bodenbiologische Untersuchungen auf Boden-Dauerbeobachtungsflächen

In der Bundesrepublik Deutschland sind von den Bundesländern insgesamt knapp 800 Boden-Dauerbeobachtungsflächen (BDF) eingerichtet worden. Auf ihnen werden in regelmäßigen Abständen chemische, physikalische und biologische Parameter der Böden ermittelt. Auf diese Weise können langfristige Veränderungen und ggf. Schädigungen der Böden festgestellt werden. Für die bodenzoologischen Untersuchungen auf diesen Flächen wird von der LABO (Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft Bodenschutz) die Erfassung der Regenwürmer und Kleinringelwürmer (Enchytraeiden) empfohlen.
Die bodenzoologischen Untersuchungen des IFAB auf den BDF umfassen die Ermittlung von Artenspektrum, Abundanzen und Dominanzen der Regenwürmer und Kleinringelwürmer (Enchytraeiden u.a.). Für die Regenwürmer wird außerdem die Biomasse bestimmt. Diese Daten bilden die Grundlage für umfangreiche rechnerische und grafische Auswertungen. Ziel der Untersuchungen ist die Bewertung des biologischen Bodenzustands.
 
Schleswig-Holstein
  • 39 Boden-Dauerbeobachtungsflächen auf Grünland-, Acker- und Forststandorten sowie an einigen Sonderstandorten
  • Bodenzoologische Grundinventur, anschließend in derzeit sechsjährigem Abstand Wiederholungsuntersuchungen
Die Untersuchungen erfolgen im Auftrag des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Schleswig-Holstein (LLUR, früher LANU). Auf der Seite der Landesregierung finden Sie weitere Informationen zu den BDF im nördlichsten Bundesland.
 
Nordrhein-Westfalen
  • Boden-Dauerbeobachtungsflächen, Naturwaldzellen und Messpunkte der Bodenzustandserhebung (BZE); insgesamt mehr als 25 Flächen
  • überwiegend Forst- und Waldstandorte
  • gekalkte und ungekalkte Vergleichsflächen
  • Zeitreihen für Kalkungsflächen
Die bodenzoologischen Untersuchungen erfolgten bis 2013 im Auftrag des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (LANUV). Auf der Seite des LANUV finden Sie weitere Informationen zu den BDF in NRW.
 
Niedersachsen
  • Schwerpunkt der bodenzoologischen Untersuchungen: Boden-Dauerbeobachtungsflächen auf sandigen Ackerstandorten
Die Untersuchungen erfolgten erstmalig 2018 im Auftrag der LBEG (Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie). Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des niedersächsischen Dauerbeobachtungsprogramms.
 
 
SoilMan (Ecosystem services driven by the diversity of soil biota − understanding and management in agriculture)

Ziel des Projektes ist es, Zusammenhänge zwischen den Bodenorganismen, ihren Leistungen und landwirtschaftlichen Bewirtschaftungsmaßnahmen in verschiedenen europäischen Regionen aufzuzeigen. Basierend auf diesen Erkenntnissen sollen Empfehlungen erarbeitet werden, wie durch geeignete Bewirtschaftung Bodengesundheit und -fruchtbarkeit gezielt gefördert werden können. In SoilMan sind ökologische und ökonomische Fragestellungen miteinander verzahnt. Das IFAB leistet in Kooperation mit der Universität Göttingen einen Beitrag zum Workpackage 1 "Habitat & Diversity". Projektergebnisse wurden unter anderem 2019 auf der Tagung "Soil Biota driven Ecosystem Services in European Agriculture" in Braunschweig vorgestellt und diskutiert, deren Präsentationen Sie hier einsehen können. Genauere Informationen finden Sie auf der Projekt-Webseite sowie auf der Seite der Universität Rennes.
Die Förderung erfolgt im Rahmen des European ERA-Net unter dem BiodivErsA Call 2015-2016. Projektlaufzeit: 2017-2020.
 

 
Abgeschlossene Projekte
 
Anwendung von Bodendaten in der Klimaforschung (BOKLIM)

Das Projekt „Anwendung von Bodendaten in der Klimaforschung“ war Teil des Forschungsvorhabens „Wirkungen der Klimaänderungen auf die Böden“. Es wurde vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) gefördert, Auftraggeber war das Umweltbundesamt (UBA FKZ 3708 71 205), Projektbearbeiter waren: ahu AG (Federführung), Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, Bergische Universität Wuppertal, Technische Universität Dresden und IFAB Institut für Angewandte Bodenbiologie GmbH. Mit dem Projekt sollte darauf hingewirkt werden, dass die Bodenzustands- und Bodenmonitoringdaten zukünftig verstärkt in die Klimawirkungs- und Klimaanpassungsforschung eingebracht werden können. Das IFAB übernahm im Projekt den Forschungs- und Datenreview für den Bereich Bodenzoologie. Weitere Informationen finden Sie im UBATEXT 65/2011.
BOKLIM Logo
 

 
Mitarbeit in Verbänden
 
Bundesverband Boden e.V. (BVB)

Im Fachausschuss „Biologische Bewertung von Böden“ (FG 4 Bodenfunktionen und -belastungen des BVB) sind wir aktuell (2006-2009) beteiligt an der Bewertung von Bodenverdichtungen hinsichtlich ihrer Wirkungen auf Bodenorganismen. Schädliche Bodenveränderungen durch Verdichtung werden meist anhand bodenphysikalischer Parameter beschrieben. Ob mit den so ermittelten Schadensschwellen Schäden bezogen auf den Pfad Boden-Bodenorganismen abgedeckt sind, ist bisher unklar. Ziel der Fachausschussarbeit war es, an biologischen Indikatoren gemessene Wirkungen mit physikalisch-chemischen Messwerten zu vergleichen, um dann Schwellenwerte für bodenbiologisch wirksame Verdichtungen abzuschätzen. Als biologische Indikatoren dienen verschiedene mikrobiologische und bodenzoologische Parameter. Zunächst wurde geeignete Literatur recherchiert und eine Datenbank eingerichtet, in die die Daten der Originalarbeiten eingeben wurden. Anschließend wurden die Daten statistisch ausgewertet. Die Ergebnisse finden Sie in der Zeitschrift „Bodenschutz (Heft 2/2009)“ veröffentlicht.

Verdichtung Fahrspur Staunässe Staunässe in Fahrspuren durch Verdichtung nach Grünlandumbruch

 
BVB-Materialien Band 13 Im selben Fachausschuss wurde bereits 2005 ein Projekt abgeschlossen: Die Entwicklung eines Verfahrens zur Darstellung und Bewertung der Lebensraumfunktion von Böden im Rahmen von Planungsprozessen. Im Auftrag der LABO (Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft Bodenschutz) haben wir die Dokumentation des Verfahrens erstellt. Diese Publikation können Sie über den Buchhandel erhalten. Der Anhang 3 der Publikation steht kostenfrei zur Verfügung auf der Homepage des BVB.
Beylich, A., Broll, G., Graefe, U., Höper, H., Römbke, J., Ruf, A., Wilke, B.-M. (2005): Biologische Charakterisierung von Böden. Ansatz zur Bewertung des Bodens als Lebensraum für Bodenorganismen im Rahmen von Planungsprozessen.
BVB- Materialien Band 13, Erich Schmidt Verlag Berlin.
ISBN 3-503-09083-5
 
 
Verein Deutscher Ingenieure e.V. (VDI)

Die Erfahrungen aus unseren langjährigen Untersuchungen werden zurzeit auch in die Entwicklung von Methodenstandards des VDI eingebracht. So wurde unter Mitwirkung des IFAB zu Beginn des Jahres 2008 die VDI Richtlinie 4230-2 zum passiven Biomonitoring mit Regenwürmern als Akkumulationsindikatoren veröffentlicht. Eine weitere Richtlinie zum Monitoring der Wirkungen von Gentechnisch Veränderten Organismen (GVO) auf Bodenorganismen befindet sich in der Bearbeitung.